Empfehlungen zur GPS-Nutzung

1. Vorwort zur Anschaffung eines solchen Gerätes

Liebe Teilnehmer am STUNT 100!
Danke für das Verständnis, daß wir seit 2010 auf die GPS-Technik in Verbindung mit zu Verfügung gestellten Landkarten als Streckenmarkierung zurückgreifen müssen und es keine Streckenmarkierung wie bisher geben wird.
Bis dahin nichts Neues. 😉

Wie versprochen möchte ich ein wenig Orientierungshilfe zur Anschaffung eines solchen Gerätes geben. Die schlechte Nachricht zuerst, denn danach wirds nur noch besser 😉
Solche Geräte kosten in Verbindung mit tauglichen topografischen Karten als Software immer mehrere hundert €. Ich bin aber völlig überzeugt, daß wenn Du Dich erstmal in die Benutzung eingearbeitet hast, Du diese Anschaffung nicht bereuen wirst. Es verhält sich ein wenig wie mit einem Handy: Den tatsächlichen Nutzen kannst Du niemandem erklären. Du erkennst ihn aber deutlich, wenn Du eines hast.

Grundsätzlich ist auch die Anschaffung eines GPS-Gerätes mit der Anschaffung eines Handys vergleichbar. Du hast zunächst die Entscheidung, welches Gerät an sich Du haben möchtest. Dazu unten mehr. Mit einem Handy ohne Telefonkarte kannst Du jedoch nichts anfangen. Ein GPS-Gerät wird ohne Kartensoftware ausgeliefert, da der Hersteller nicht wissen kann, welche Karte Du brauchst. Wie beim Handy mit dem Telefonanbieter, durch den weitere Kosten entstehen. Das bedeutet Anschaffung des GPS-Gerätes an sich und dazu die Anschaffung der von Dir gewünschten Landkartensoftware.

Für den Einsatz zum Trail-Laufen ist aus meiner Sicht die Benutzung eines Gerätes mit Landkarte immer besser als die Verwendung solcher Geräte, die GPS-gestützt im Prinzip nur Geschwindigkeit und Entfernung aufzeichnen. Die Serie der weit verbreiteten Garmin Forerunner gehört dazu. Technisch ausgezeichnete Geräte und man kann ganz grob sogar danach navigieren. Jedoch einen Trail-Ultra mit einem Gamin Forerunner allein zu orientieren halte ich für sehr mühsam. Deshalb rate ich Dir im Fall einer Neuanschaffung ganz klar zu einem Gerät, welches für die Verwendung von Landkarten vorgesehen ist.

Die GPS-Technik als solche ist sehr stark stromfressend. Je nach Gerät hält eine Akkuladung vielleicht 10-15h in der Praxis. Dann hast Du einen leeren Akku und der STUNT ist noch nicht vorbei. Ein lösbares, aber unbequemes Problem bei den Garmin Forerunner. Bei Outdoor-Geräten mit Kartennavigation hast Du in der Regel handelsübliche AA-Akkus in Verwendung, bei denen Du unbegrenzt Ersatzakkus mitführen kannst.

Ich denke mal, insbesondere mit dem Test kann man sich ein wenig orientieren. Wie gesagt, mein vergleichsweise günstiges Einsteigergerät ist ein tolles Ding und obwohl bereits seit einigen Jahren auf dem Markt und nicht mit allem Schnickschnack ausgestattet, nutze ich allenfalls 10% der Möglichkeiten die es bietet.

Nun hoffe ich, daß Dir die Hinweise weitergeholfen haben.

2. Praxisorientierte Empfehlungen zur Nutzung

Beim Ablaufen einer Strecke mit Läufern, die den Wegverlauf zumindest nicht präszise kannten, ergaben sich folgende Auffälligkeiten, auf die ich hier besonders Hinweisen möchte. Lies sie Dir einfach mal durch und versetze Dich in die Lage des Laufs. Dann wird Dir alles klar.

Die Tracks, die ich direkt und persönlich per Email an alle gemeldeten Teilnehmer sende, sind aufgrund präziser Orstkenntnis sauber erstellt und in heiklen Abschnitten ausführlich kontrolliert. Verwende bitte nur die Tracks, die Du von mir direkt bekommen hast. Alle anderen können fehlerhaft sein.

Mit nachlassender Empfangsstärke des GPS-Signals vor allem im Wald und in bergigen Abschnitten, wird Dich Dein Gerät auf der Displayanzeige jedoch oft auch versetzt neben dem Weg platzieren. Solange diese Ortung Deiner Person parallel zum Wegverlauf ist, wirst Du keine Probleme haben deshalb. In Kreuzungsbereichen oder bei Abzweigungen wirst Du Dich jedoch zusätzlich selbst mit Blick auf die Karte orientieren müssen, solange Dich das Gerät wegen Empfangsschwäche ungenau positioniert. Das Mitführen der Karte die Du von uns erhältst ist deshalb unverzichtbar.

Einige Runden des STUNT kreuzen sich gelegentlich, bzw. der Start und Rücklauf nach Sibbesse verläuft überlappend. Da Du bei Kreuzungen der Runden nicht wissen kannst, welcher Track zu welcher Runde gehört, empfehle ich, daß Du auf Deinem GPS-Gerät nur die jeweilige Runde anzeigen lässt, in der Du Dich jetzt gerade befindest. Ein gleichzeitiges Anzeigen mehrerer Runden werden Dich verwirren. Wieder in Sibbesse angekommen, wechselst Du einfach die Anzeige auf die nächste STUNT-Runde.

Stelle Dein GPS-Gerät am Besten so ein, daß es Dir nicht nur die aktuelle Runde als Track anzeigt, sondern speichere auch Deinen eigenen tatsächlich gelaufenen Weg. Dieser wird Dir bei Geräten mit Kartennavigation als Linie angezeigt. Wenn Du siehst, wie Du durch die angezeigte Linie Deiner eigenen Bewegung auf einen Kreuzungspunkt zu kommst, fällt Dir die Orientierung ganz erheblich leichter.

Ist wegen Empfangsschwäche eine sofortige Streckenführung durch Dein Gerät nicht eindeutig, hilft Dir neben der eigenen Orientierung nach Karte nur die Methode „Versuch und Irrtum“. Zoome Dein GPS Gerät ganz nah auf Deine Postion. So, daß Du nur 50 bis 100m Umgebung erkennen kannst. Dann läufst Du im Kreuzungsbereich in den Weg hinein, von dem Du ausgehst, daß dieser richtig ist. Bringt Dich der Positionspfeil auf Deinem Gerät trotz Empfangsschwäche wieder in der Tendenz auf den eingezeichneten Wegverlauf, bist Du richtig. Bist Du falsch gelaufen, sollte die Bewegungstendenz also vom Wegverlauf abweichen.
Empfehlung: Probiere das vorher im Training mal aus. Am Besten in empfangsschwachem Gebiet. Der versierte Umgang mit dieser oft eintretenden Situation ist leicht gelernt, jedoch bitte vor dem Start. Lerne das nicht erst beim STUNT! 😉

In den vergangenen Jahren war ein entscheidendes Ding anders: Unsere sichtbare Streckenmarkierung. Zwar gab es immer die Ansage durch uns, daß die Orientierung nur nach Landkarte erfolgen darf und die Streckenmarkierung nur eine Hilfe ist. In der Praxis haben sich die Läufer meist umgekehrt verhalten. Nach Markierung gelaufen und erst im zweiten Angriff auf der Karte orientiert. Diese Markierung hat Dich im Kreuzungsbereich darauf hingewiesen, daß nun ein Richtungswechsel stattfindet. Jetzt ist die Markierung weitreichend nicht mehr vorhanden. Das bedeutet in der Praxis, im Zustand nachlassender Aufmerksamkeit trottest Du vor Dich hin und bemerkst den schmalen Trampelpfad nicht, der vom Hauptweg abgeht und den Du hättest nehmen sollen. Vor allem in der Nacht bemerkst Du das nicht. Es fehlt ja die plötzlich auftauchende Streckenmarkierung.
Schaue oft auf Dein GPS-Gerät. Es muß Dir immer klar sein, ob und wann demnächst ein Richtungswechsel stattfindet, oder ob Du den gerade gelaufenen Weg auf einen anderen verlässt. Bist Du aus Versehen falsch gelaufen, weil Du den Richtungswechsel übersehen hast, solltest Du das schnell auf dem GPS-Gerät erkennen können, weil Du mit Deinem Positionspfeil nicht mehr auf der farbigen Track-Linie bist. Je häufiger Du drauf schaust, je kürzer wird die Strecke des Verlaufens sein.
In der Praxis lauert hier die Gefahr bei V-förmigen Abzweigungen mit kleinem Winkel. Schau da wirklich oft auf Dein Gerät. Nutzt Du keins mit Kartennavigation, ist die Kontrolle der ausgedruckten Landkarte unumgänglich!

Empfehlung: Übe das zu Hause in Dir völlig unbekanntem Gebiet. Zeichne Dir auf dem PC einen willkürlichen Track in einer Gegend, die Du möglichst nicht kennst. Du überträgst den Track auf Dein Gerät und läufst ihn dann im Training ab. Das ist die gleiche Situation wie hier.

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